Montag, Juli 31, 2006
Samstag, April 01, 2006
Mittwoch, Juni 22, 2005
Veronika beschließt zu sterben von Paulo Coelho
Dieses Buch kann ich wirklich nur empfehlen! Habe es einmal gelesen und höre gerade das Hörbuch. Eine sehr schön geschriebene Geschichte.
Slowenien? Wo das liegt? Verärgert über die Borniertheit eines ausländischen Zeitungsartikels beginnt die junge Slowenin Veronika, einen geharnischten Antwortbrief an den Verfasser zu entwerfen. Fast hat sie über ihrem Zorn vergessen, dass sie gerade eine Überdosis Schlaftabletten eingenommen hat und eigentlich auf den nahen Tod wartete, als ihr neben dem Bett dieser Artikel ins Auge fiel. So viel Zeit muss sein. Die Wirkung hat noch nicht eingesetzt und Veronika begann sich ohnehin fast ein wenig zu langweilen, also schreibt sie. Dann schläft sie ein. Als sie wieder erwacht, befindet sie sich in Villete, dem berüchtigten Irrenhaus von Ljubljana. Nicht ohne Humor, dieser Einstieg, und ein sehr gelungenes Porträt der an Ereignislosigkeit und Lebensüberdruss leidenden jungen Frau -- sofort ist man ihr ganz nahe. Coelho brannte dieses Thema schon lange unter den Nägeln, wurde er in den 60er Jahren von seinen Eltern doch selbst dreimal in die Psychiatrie eingewiesen, die Gründe hierfür sind ihm bis heute unklar.
Sonntag, Juni 12, 2005
Der Leberwurstbaum

In der Reifephase
können sich die hängenden Blütenstiele bis zu 3 Meter verlängern, dabei
gehen sie auch ordentlich in die Breite. Am Ende der langen,
fingerdicken Blütentsiele entwickeln sich die bis zu 60 cm langen,
wurstähnlichen Früchte mit stark aufgerauhter Oberfläche. Die Früchte
enthalten sehr viel Wasser und können daher ein Gewicht von 5-7 kg
haben."
Montag, Juni 06, 2005
Ich wollte nie so sein
Ein Mensch der Traurigkeit, nichts mehr macht
mich fröhlich. Nicht fähig zu Leben.
Ich bin ein hässlicher Mensch, der wohl nie
mehr lieben darf. Nie mehr einen Menschen
in den Armen halten.
Womit habe ich das Ganze nur verdient?
Niemand hat mich gefragt, ob ich den
so sein will, wie ich bin.
Niemand hat gefragt, ob ich so leben will.
Deshalb darf niemand sagen, ich muss nun
so weiter leben.
Doch noch halte ich an der Hoffnung
so sehr fest. Doch wie lange noch?
Würde so gerne einfach los lassen.
Master of Deaster
Leben
Es gibt Menschen für die ich töten würde
es gibt Menschen für die würde ich sterben
aber es gibt nur wenige Menschen für die ich bereit bin zu Leben...
...und die wissen gar nicht wie hart das ist.
Tagebuch
(1967)
Wir leben, um zu sterben. Der Tod ist das Ziel der Existenz, das ist, wird man sagen, eine Binsenweisheit. Doch zuweilen verschwindet hinter einem abgegriffenen Ausdruck das Banale, und die Wahrheit taucht auf, taucht ganz neu wieder auf. Mir scheint, ich durchlebe einen jener Augenblicke, da ich mir zum ersten Male sage, da ich zum ersten Male entdecke, daß die Existenz nur ein Ziel hat: den Tod. Man kann nichts dagegen tun. Man kann nichts tun. Man kann nichts tun. Man kann nichts dagegen tun. Aber was sind das für Lebensbedingungen, an Fäden gezogen zu werden wie Marionetten? Mit welchem Recht hält man mich zum Narren?
Noch heute wundere ich mich manchmal, nicht mehr zwölf Jahre alt zu sein.
Wenn ich Phädon lese, merke ich erst am Ende des Dialogs, wie gut wir dran sind. Sokrates hat mich nicht davon überzeugen können, daß die Seele unsterblich ist und daß er künftig in einer besseren Welt leben wird. Anscheinend sind seine Jünger auch nicht davon überzeugt, denn sie weinen; warum sollten sie sonst weinen? Wenn der Abend kommt und Sokrates das Gift trinkt, wenn seine Füße erkalten und der Leib, und wenn er schließlich stirbt, packt mich ein Schrecken, eine unsägliche Traurigkeit. Die Beschreibung von Sokrates' Tod ist so überzeugend, viel überzeugender als die Argumente, die Sokrates für die Unsterblichkeit anführt. Außerdem verflüchtigen sich die Argumente augenblicklich; man vergißt sie sofort, doch das Bild vom Tod des Sokrates gräbt sich in meine Erinnerung; alle Menschen sind sterblich. Da Sokrates ein Mensch ist, ist er sterblich. Heute Nacht lag ich wach und dachte daran. Seit langem hatte ich keine so hellsichtige, greifbare, eisige Angst mehr empfunden. Furcht vor dem Nichts. Wie soll ich es beschreiben? Ich legte die Hände auf die Brust, um zu spüren, daß ich da war; dann plötzlich war mir, als hätte die Finsternis des Nichts bereits begonnen, mich zu verschlingen, als hätte ich schon keine Füße, keine Waden, keine Schenkel mehr; ich war nur noch ein Rumpf, an dem die eisigen Flammen des Nichts zehrten. Ich machte Licht. Wie gut ist es zu leben! Zärtlichkeit stieg in mir auf für das Leben, das mir feenhaft schien, eine leuchtende Zauberei der Nacht. Wir töten uns gegenseitig, weil wir wissen, daß wir alle getötet werden. Weil wir den Tod hassen, darum töten wir einander. Der friedvolle, heitere Tod des Sokrates scheint mir plötzlich ganz unwahrscheinlich, und doch ist so etwas möglich. Aber wie?
Eugéne Ionesco






